Forschungsdatenbank

Projektübersicht
Login
Suche

Berg

Fakultäten » Theologische Fakultät » Hermeneutik und Religionsphilosophie, Institut für » Prof. Dr. Ingolf Ulrich Dalferth (emeritiert) » Berg

Completed research project

Title / Titel Spielwerk. Orientierungshermeneutische Studien zum Verhältnis von Musik und Religion
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Spielwerk. Orientierungshermeneutische Studien zum Verhältnis von Musik und Religion
Summary / Zusammenfassung Die Musik ist in ihrer scheinbaren Immaterialität ein Phänomen der Welt mit einer erhöhten theologischen Dignität. Kein anderes wurde in solchem Maß und in so unterschiedlichen konzeptionellen Kontexten dafür in Betracht gezogen, geradezu als eine Art Mittlerin zwischen der Welt und Gott fungieren zu können. Diese Loziertheit an einer Naht- und Bruchstelle macht sie zu einem religionsphilosophisch überaus interessanten Gegenstand, an dem Grundsätzliches gezeigt werden kann.
Das Dissertationsprojekt untersucht im Wesentlichen zweierlei: (1.) Es geht erstens um die grundsätzliche religionsphilosophische Klärung der Beziehung von Musik und Religion. Dies erfolgt mit dem Ziel, besser zu verstehen, wie und warum die Religion – aller konzeptionellen Varianz zum Trotz – immer wieder von der Musik her ins Spiel zu kommen vermag. (2.) Damit zusammenhängend wird zweitens anhand der Musik die Beziehung erkundet, die besteht zwischen einerseits dem, was uns die ›Welt‹ als der Raum unserer Wirklichkeiten und Möglichkeiten ist, und andererseits dem, was wir als ›Gott‹ bezeichnen. Oder kürzer formuliert: Am Musikverständnis wird die Beziehung von Welt- und Gottesverständnis untersucht.
Die Arbeit bedient sich einer orientierungshermeneutischen Methode. Diese macht es möglich, zunächst die hermeneutischen Strategien im Umgang mit Musik als einem Phänomen der ›Welt‹ zu analysieren, um von hier aus weiter zu fragen, wie dabei religiöse Strategien und damit ›Gott‹ ins Spiel kommen kann. Eine erste Studie widmet sich Augustins De Musica für einen seinsphilosophischen Horizont, eine zweite den musikästhetischen und religionsphilosophischen Schriften Jean-Jacques Rousseaus für einen subjektphilosophischen. Eine dritte bewusst fragmentarisch bleibende Studie beschäftigt sich für die Gegenwart mit Bernd Alois Zimmermanns Ekklesiastischer Aktion.
In alldem wird gezeigt wie eine offene und flexible Orientierungshermeneutik an die Stelle einer Seinshermeneutik im Stil Augustins und einer Subjekthermeneutik im Stil Rousseaus tritt. Unter den hermeneutischen Bedingungen des gegenwärtigen musikalischen Pluralismus präsentiert sich eine musikalische Situation als Spielwerk, d.h. als ein Spielraum nahezu unerschöpflicher Möglichkeiten musikalischen Sich-Zurechtfindens. Religiöse Orientierungsstrategien können dabei von den beteiligten Subjekten mit ins Spiel gebracht werden, müssen es aber nicht. Musik und Religion begegnen sich darin als zwei selbständige Größen, die immer nur unter bestimmten situativen Bedingungen frei miteinander in Spiel kommen. Waren sie in Augustins Welt des Seins immer schon intrinsisch miteinander verbunden, und standen sie in Rousseaus Welt der Subjekte und Objekte streng separiert neben einander, gehen sie gegenwärtig nur mehr eine konkrete, temporal und lokal begrenzte und daher stets flüchtige Beziehung miteinander ein.
Publications / Publikationen Weitere Informationen
Keywords / Suchbegriffe keywords: religion, music, aethetics, word, orientation
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Stefan Berg (Project Leader) St.Berg@gmx.ch
Other links to external web pages http://www.hermes.uzh.ch/personen/berg.html
Funding source(s) /
Unterstützt durch
Others
Collegium Helveticum
In collaboration with /
In Zusammenarbeit mit
Prof. Dr. Ingolf U. Dalferth
Theologische Fakultät
Universität Zürich
Kirchgasse 9
8001 Zürich
Switzerland
Prof. Dr. D. Korsch, Philipps-Universität Marburg Germany
Prof. Dr. M. Schmidt, Universität Basel Switzerland
Duration of Project / Projektdauer Sep 2006 to Dec 2010