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Completed research project

Title / Titel Political Philosophy of the German Enlightenment
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Politische Philosophie in der deutschen Aufklärung
Summary / Zusammenfassung Der eminent politische Charakter der Aufklärung ist evident. Eine philosophische Analyse dieses geistesgeschichtlichen Phänomens wird den Blick daher zuallererst auf die politischen Denker zu richten haben. Wenn man sich von der Auffassung verabschiedet, dass die politische Philosophie der deutschen Aufklärung durch die zentralen Figuren wie Wolff und Kant hinreichend repräsentiert sei, besteht die besondere Herausforderung darin, aus der Vielfalt von rechts- und staatswissenschaftlichen, gelegenheitspolitischen, ökonomischen, journalistischen usw. Schriften ein differenzierteres Gesamtbild herauszudestillieren.
Untersucht wurden nicht nur das Natur- und Völkerrecht in der protestantischen Schulphilosophie, das Naturrechts- und Staatsdenken in der katholischen Aufklärung sowie im Zeitalter der Revolution, sondern auch frühkonservative, reichspatriotische und reformabsolutistische Strömungen sowie der politische Eudämonismus der Polizei- und Sozialwissenschaften, die Kameralistik und die politische Ökonomie.
Die Forschungen bestätigten zum einen die These, dass im Selbstverständnis der deutschen Aufklärung als Ausgang aus der Unmündigkeit (Kant) eine Politisierung der Aufklärung angelegt ist, die sich als sukzessive Befreiung begreift und in der moralisch-politischen Autonomie rationaler Selbstgesetzgebung und in der freien Selbstregulierung ökonomischer Prozesse kulminiert. Zum anderen wurde in einem Gesamtblick auf den politisch-philosophischen Diskurs der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts klar, dass der Gedanke einer fortschreitenden Entwicklung des politischen Denkens eine idealtypische Sicht ist – die Untersuchung der Mikroprozesse gelangte zum Ergebnis, dass der Gesamtprozess politischer Aufklärung in Wirklichkeit nicht linear verläuft, sondern Brüche, Rückschritte, Antizipationen und Diskontinuitäten aufweist. Die an einer grundrissartigen Synopse orientierte philosophiehistorische Darstellung erwies sich dabei als zweckmäßige Methode, die genannten Phänomene der Nichtlinearität in geeigneter Weise zu profilieren.
Publications / Publikationen Wolfgang Rother: German Enlightenment, in: Encyclopedia of Modern Political Thought, edited by Gregory Claeys (Washington D.C.: CQ Press, 2013) 342-349.

Wolfgang Rother: Die Wirtschaftslehre Johann Adam Völlingers. Zur Aktualität eines vergessenen Ökonomen der deutschen Spätaufklärung, in: Geld. Philosophische, literaturwissenschaftliche und ökonomische Perspektiven, hrsg. von Josette Baer und Wolfgang Rother (Basel: Schwabe, 2013) [Schwabe interdisziplinär 2] 141-163.

Wolfgang Rother: Naturrecht, Staat und Politik vor der Französischen Revolution, in: Grundriss der Geschichte der Philosophie, Die Philosophie des 18. Jahrhunderts, Bd. 5: Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Schweiz. Nord- und Osteuropa, hrsg. von Helmut Holzhey und Vilem Mudroch (Basel: Schwabe, 2014) 633–713.

Wolfgang Rother: Natur- und Staatsrecht im Zeitalter der Revolution, in: ebd., 1260–1294, 1309–1312.

Wolfgang Rother: Politische Ökonomie, in: ebd., 1295–1305, 1312.

Wolfgang Rother: Die Philosophie an der Universität Basel und an den Hohen Schulen [in der Schweiz], in: ebd., 1449–1454, 1482.

Keywords / Suchbegriffe Philosophy, Political Philosophy, Political Science, Natural Law, Law of Nations, Cameralism, Political Economy, Early Socialism, French Revolution, Eighteenth Century, Enlightenment, Holy Roman Empire of the German Nation
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Prof. Dr. Wolfgang Rother (Project Leader) wolfgang.rother@philos.uzh.ch
Funding source(s) /
Unterstützt durch
SNF (Personen- und Projektförderung)
 
Duration of Project / Projektdauer Apr 2006 to Oct 2008