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Kübler

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Completed research project

Title / Titel Democracy after municipal amalgamations: A case study from the city of Aarau
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Demokratie nach Gemeindefusionen: Eine Fallstudie in der Stadt Aarau
Summary / Zusammenfassung In der vorliegenden Fallstudie wird am Beispiel der Stadt Aarau untersucht, wie sich die lokale Demokratie nach Gemeindefusionen verändert und welche Bedeutung dabei den Quartieren bzw. Stadtteilen zukommt. Die Studie widmet sich drei Fragenkomplexen.
Im ersten Fragenkomplex wird die Rolle intermediärer Organisationen genauer beleuchtet. Die Ergebnisse aus sechs ExpertInnen-Interviews mit VertreterInnen von Aarauer Parteien bzw. Vereinen zeigen, dass Aarauer Quartiere für die politische Arbeit relativ unbedeutend sind. Politische Organisationen sind gesamtstädtisch organisiert und fühlen sich gegenüber der Gesamtstadt bzw. der eigenen Partei verpflichtet. Quartiersinteressen werden meist über Mitglieder an die Parteien herangetragen, die sich auch in Quartiervereinen engagieren. Die beiden Quartiere Zelgli und Gönhard sind in der Wahrnehmung der InterviewpartnerInnen in der Aarauer Politlandschaft überrepräsentiert. Aufgrund der Schwierigkeiten, politisches Personal zu rekrutieren, stösst die Berücksichtigung der verschiedenen Quartiere durch die Parteien an praktische Grenzen. Der neue Stadtteil Rohr wird von den Parteien primär symbolisch berücksichtigt, lediglich eine der interviewten Parteien legt eine fixe Quote für RohrerInnen im Parteivorstand fest. Das Parteiensystem hat sich durch die Fusion lediglich aus Rohrer Sicht verändert: die zuvor in Rohr präsenten Parteilosen wurden von VertreterInnen der national etablierten Parteien verdrängt. Die Existenz des gerade für Parteilose attraktiven lokalen Vereins Pro Aarau verhinderte aber eine komplette Delokalisierung des Rohrer Parteiensystems.
Der zweite Fragenkomplex zur Einwohnerratsgrösse widmet sich der Frage nach den Konsequenzen unterschiedlicher Sitzzahlen für die Interessenrepräsentation in Aarau. Eine Simulation verschiedener Einwohnerratsgrössen auf der Grundlage der Wahlergebnisse der Gesamterneuerungswahlen vom 24. November 2013 zeigt, dass sich die Parteistärken kaum verändern würden. Bezüglich der Quartierrepräsentation bestätigt die Analyse die Dominanz der beiden Quartiere Zelgli und Gönhard. Diese würde bei einer Vergrösserung des Einwohnerrates sogar zunehmen. Die Parteienvielfalt ist in diesen beiden Quartieren besonders gross, d.h. in allen Szenarien ab 40 Sitzen erreichen in beiden Quartieren fünf verschiedene Parteien mindestens ein Einwohnerratsmandat. Das Telli ist deutlich untervertreten und die Unterrepräsentation nimmt mit zunehmender Einwohnerratsgrösse sogar noch zu. Die Vertretung der Altstadt würde sich hingegen bei einer Vergrösserung verbessern. Auch in einem 80 Sitze umfassenden Einwohnerrat sind jedoch nicht alle Quartiere vertreten.
Im dritten Fragenkomplex werden die Auswirkungen einer Einführung von Wahlkreisen diskutiert. Die Stadt Aarau bildet aktuell einen Einheitswahlkreis, in dem 50 Mandate zu vergeben sind. Im Vergleich zu einer Unterteilung in mehrere Wahlkreise ermöglicht dies eine angemessene Vertretung der Parteien, d.h. auch kleine Parteien haben reelle Chancen auf einen Sitzgewinn. Ungleich fällt die Quartiervertretung aus. Eine Unterteilung des Stadtgebietes in mehrere Wahlkreise könnte dem entgegenwirken und zu einer fairen Vertretung der Quartiere beitragen, allerdings zulasten der Vielfalt politischer Strömungen. Eine Unterteilung der Stadt in mehrere Wahlkreise würde gemäss Interviewaussagen zudem die bestehenden Rekrutierungsprobleme verschärfen und die Wahlkampfkosten vervielfachen. Gerade auch im Hinblick auf neue Fusionen stellt sich die Frage, wen oder was der Einwohnerrat repräsentieren soll.
Weitere Informationen
Keywords / Suchbegriffe Municipal Amalgamation, City, Democracy, Aarau, Quarters, Gemeindefusionen, Stadt, Aarau, Quartiere, Demokratie
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Prof. Dr. Daniel Kübler (Project Leader) daniel.kuebler@zda.uzh.ch
MA Roman Zwicky roman.zwicky@zda.uzh.ch
Other links to external web pages http://www.zdaarau.ch/dokumente/de/Forschungsberichte/No6_ZwickyKbler_Demokratie-nach-Gemeindefusionen.pdf
Funding source(s) /
Unterstützt durch
Others
Verein "Freunde des ZDA"
Duration of Project / Projektdauer Jun 2015 to Nov 2015