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Kaiser

Fakultäten » Philosophische Fakultät » Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft, Institut für » Völkerkundemuseum » Prof. Dr. Mareile Flitsch » Kaiser

Completed research project

Title / Titel Audio documents as artefacs? About the necessity of complementing ethnographic collections with immaterial heritage
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Tondokumente als Artefakte? Zur Frage der Notwendigkeit der Komplementierung von ethnographischen Artefaktsammlungen durch zu ihnen gehöriges immaterielles Kulturerbe
Summary / Zusammenfassung Eine konzeptuelle Schwäche ethnologischer Museumssammlungen liegt in der in ihnen zum Ausdruck kommenden Auffassung vom ethnographischen Objekt als einem notwendigerweise materiellen Objekt, welches sich in geeigneten Magazinen be¬wahren, in Ausstellungen und fotografisch präsentieren und an Kunstmarktpreisen in ihrem Wert bemessen lässt: Das materielle ethnographische Objekt ist bequem handhab¬bar. Seiner ursprünglichen Funktion im alltäglichen Gebrauch oder rituellen Zusammen¬hang entledigt, entwickelt es seine Wirkung nur mehr visuell und mittels der Zuschrei¬bungen von Ethnolog/innen und Kurator/innen, d.h. diffus.
Materielle Objekte hatten in ihren Herkunftsgesellschaften nicht nur praktische oder sonstige Funktionen, sie waren auch Ergebnisse intellektueller und künstlerischer Über-legungen und sprachlicher Erörterungen, sie wurden in Liedern, Rezitationen, Erzäh-lungen, Redewendungen und Sprichwörtern reflektiert, kommentiert und tradiert, d.h. in ihre Herkunftsgesellschaften fest eingebunden. Es scheint uns heute an der Zeit, den Be-griff des ethnographischen Objektes um eine nicht-materielle Dimension zu erweitern: Sprachliche Zeugnisse, Stimmdokumente, doch auch visuelle Aufzeichnungen etwa von Gesten, von Körperhaltungen bei der Arbeit oder beim Ruhen sind den materiellen Ob-jekten einer ethnologischen Museumssammlung in jeder Hinsicht gleichzustellen, da sie in ihrer Aussagekraft als Dokumente kultureller Techniken jenen in nichts nachstehen.
Forschungsfragen: Im Blick dieses Projekts steht die Geschichte des Sammelns von Arte-fakt-bezogenen immateriellen Objekten an der Universität Zürich und der Möglich¬keiten ihrer Zuordnung zu materiellen Objekten der Sammlung des VMZ. Im Zentrum steht die Frage der Erfordernisse nachholender Dokumentation ebenso wie die Frage nach den Potentialen und praktischen Techniken des Sammelns und Dokumentierens immateriellen Wissens zu Artefakten. In diesem Zusammenhang planen wir am VMZ eine Ausstellung. Am Beispiel ausgewählter Sammlungen des VMZ wird ein Modell entwickelt. Es soll in der Lehre angewendet werden, um es den Studierenden und Forschenden zu ermöglichen, während ihrer Feldforschungen den Wert immaterieller Artefakte zu erkennen, zu dokumentieren und in die Forschung mit einzubeziehen.
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Thomas Kaiser (Project Leader) kaiser@vmz.uzh.ch
Prof. Dr. Mareile Flitsch flitsch@vmz.uzh.ch
Funding source(s) /
Unterstützt durch
No project-specific funding
 
Duration of Project / Projektdauer Jan 2013 to Dec 2017