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Glaser Nievergelt

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Completed research project

Title / Titel Abbreviations in Old High German
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Kürzungen im Althochdeutschen
Summary / Zusammenfassung In den althochdeutschen Quellen, welche die frühesten Zeugnisse der deutschen Sprache darstellen, tauchen unvollständig geschriebene Wörter auf. Was auf den ersten Blick wie eigenartige Abkürzungen aussieht, erweist sich bei näherer Betrachtung als vielgestaltiges und funktional komplexes Phänomen.

Die Kürzungen im Althochdeutschen bilden einen noch wenig erforschten Sonderbereich in der althochdeutschen Schriftlichkeit. Sie tauchen vor allem in Glossen, besonders häufig in Griffelglossen auf und zerfallen in ganz unterschiedliche Ausformungen. Einzelne Ausprägungen können mit Kürzungsverfahren in Zusammenhang gebracht werden, die aus zeitgenössischen lateinischen Schreibungen bekannt sind, wenige andere sind mit unseren heutigen Verfahren vergleichbar. Daneben aber zeigen sich zahlreiche eigenständige Formen wie beispielsweise die unbezeichnete Kürzung eines ganzen Wortes auf einen einzigen Schlussbuchstaben. Das Forschungsprojekt hat eine systematische Gesamtdarstellung sämtlicher Varianten zum Ziel. Erstens werden sämtliche althochdeutsche Belege, die Merkmale von Kürzung aufweisen, dokumentarisch erfasst. Zweitens werden alle vorkommenden Formen auf das verwendete Kürzungsverfahren untersucht und schriftsystematisch und funktional ausgewertet. Dabei wird sich zeigen, ob hinter den Kurzschreibungen ein zu bestimmten Zwecken entwickeltes Notationssystem steht.

Die Erforschung der Kürzungen im Althochdeutschen stellt ein Desiderat der historischen germanistischen Sprachwissenschaft dar. Das Projekt führt die erste Spezialuntersuchung an einem Material durch, das für bisher ungelöste Fragen der Althochdeutschforschung einen noch ungenutzten Zugang bietet. Es leistet zudem einen Beitrag zum systematischen und historischen Verständnis der Kurzschreibungen, eines Phänomens, das in der heutigen Gesellschaft dank neuer Medien (Chat / SMS) besonders rege Verwendung und Beachtung findet.
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Prof. Dr. Elvira Glaser (Project Leader) eglaser@ds.uzh.ch
PD Dr. Andreas Nievergelt (Project Leader) anievergelt@ds.uzh.ch
lic. phil. Vreni Wittberger-Markwardt, Doktorandin vreni.wittberger-markwardt@ds.uzh.ch
Funding source(s) /
Unterstützt durch
SNF (Personen- und Projektförderung)
 
Duration of Project / Projektdauer Feb 2013 to Apr 2018