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Rother Bollinger

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Completed research project

Title / Titel Johann Jakob Bachofen, Collected Works, Vols 5 and 9 (Edition)
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Johann Jakob Bachofen, Gesammelte Werke, Bände 5 und 9 (Edition)
Summary / Zusammenfassung Der Jurist und passionierte Altertumsforscher Johann Jakob Bachofen (1815-1887) gehört zu den letzten Universalgelehrten 19. Jahrhunderts. Sein berühmtestes Werk ist zweifellos „Das Mutterrecht“ (1861), das die für die damalige Zeit unerhörte These einer weiblich dominierten frühen Epoche der Menschheitsgeschichte postulierte. Eine Vorarbeit dazu, den „Vortrag über das Weiberrecht“ (Abdruck geplant für den in Vorbereitung befindlichen Band 9 der Gesamtausgabe), hielt er bereits 1856. Mit seinem „Versuch über die Gräbersymbolik der Alten“ disqualifizierte er sich 1859 allerdings in den Augen der streng faktenorientierten, fachwissenschaftlichen Forscherkollegen. Bachofens eigenwillige Schriften mochten seine akademischen Zeitgenossen nicht überzeugen (Ausnahmen wie der selbst eher unorthodoxe Altphilologe und spätere Philosoph Friedrich Nietzsche bestätigten höchstens die Regel), sie wirken jedoch bis heute weiter und regen das Nachdenken darüber an, ob die positivistische Geschichtswissenschaft und ihre Vertreter („Mikrologen, dürr und ideenfeindlich“, wie sie Bachofen nannte) wirklich das „Wesentliche“ alter Zivilisationen zu erfassen vermochten. Bachofens Herkunft aus der Romantik zeigt sich an seiner Hochschätzung des Mythos. Mythische Überlieferungen sind seiner Überzeugung nach nicht Märchen, sondern in ihnen verbergen sich die Geisteshaltung unserer Vorfahren und damit die Ursprünge aller späterer Geschichte, die es aufzuarbeiten gilt. Gerade daher erschien Bachofen die zeitgenössische Geschichtswissenschaft mit ihrer Überlieferungskritik als fragmentarisch und zu kurz gegriffen.
Von den geplanten zehn Bänden der Gesamtausgabe liegen folgende Bände vor:
Bd. 1 (1943): Antrittsrede; Politische Betrachtungen; Über das Staatsleben des römischen Volkes; Beiträge zur Geschichte der Römer; Politische Aufsätze zur Zeitgeschichte
Bd. 2-3 (1948): Das Mutterrecht
Bd. 4 (1954): Versuch über die Gräbersymbolik der Alten
Bd. 6 (1951): Die Sage von Tanaquil mit den zugehörigen Beilagen und verwandten Stücken
Bd. 7 (1958): Die Unsterblichkeitslehre der orphischen Theologie; Römische Grablampen
Bd. 8 (1966): Antiquarische Briefe
Bd. 10 (1967): Briefe
Das vorliegende Projekt bezieht sich auf die fehlenden Bände 5 und 9, deren Edition in den späten 1960er Jahren bzw. 1989-1992 vorbereitet, aber leider nie abgeschlossen wurde.
Band 5 wird folgende Texte enthalten: Das lykische Volk. Der Bär in den Religionen des Altertums. Die Bedeutung der Würfel und der Hände in den Gräbern der Alten. Die römische Wölfin auf Grabmälern der Kaiserzeit. Miszellen.
Band 9 wird folgende Texte enthalten: Autobiographie. Nachruf auf W. T. Streuber. Tagebücher und Berichte der Reisen in Griechenland, Süditalien und Südetrurien. Politische Aufsätze zur orientalischen Frage. Rezension von Ernst Curtius’ „Peloponnesos“. Vortrag über das Weiberrecht.
Publications / Publikationen Johann Jakob Bachofens Gesammelte Werke, Bd. 9: Reiseberichte, Autobiographie, Varia, hg. von Andrea Bollinger, Andreas Cesana und Fritz Graf (Basel: Schwabe, 2015) 608 Seiten.

Wolfgang Rother: Geleitwort, in: ebd., 587‒588.

Keywords / Suchbegriffe Johann Jakob Bachofen, Antiquity, Religion, Culture, Matriarchy
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Prof. Dr. Wolfgang Rother (Project Leader) wolfgang.rother@philos.uzh.ch
Dr. Andrea Bollinger (Project Leader)  
Funding source(s) /
Unterstützt durch
Foundation
Freiwillige Akademische Gesellschaft, Basel
Duration of Project / Projektdauer Jan 2012 to Dec 2016