Fakultäten » Philosophische Fakultät » Historisches Seminar » Neuzeit, Fachbereich » PD Dr. Béatrice Ziegler » Gallati
| Title / Titel | Legal Wardship in the City of Berne from 1920 to 1950: Institutional Settings, Practices, Actors | ||
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| Abstract (PDF, 14 KB) | |||
| Original title / Originaltitel | Vormundschaft in der Stadt Bern 1920–1950: Institutionelles Setting, Praktiken, Akteure | ||
| Summary / Zusammenfassung | Wie in andern Ländern auch erfuhren eugenische Argumentationsweisen in der Schweiz in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in psychiatrisch-medizinischen, bevölkerungs- und sozialpolitischen Zusammenhängen einige Verbreitung. Sozialpolitische Praktikerinnen und Praktiker rückten von ökonomischen oder politischen Lösungsansätzen der 'sozialen Frage' zusehends ab und schwenkten auf einen zumindest teilweise eugenisch motivierten Kurs ein. Zeitlich parallel dazu begann sich der Sozialstaat modernen Zuschnitts in seinen Grundzügen auszuformen. Im schweizerischen Kontext entwickelten sich insbesondere kommunale Einrichtungen zu eigentlichen sozialstaatlichen Laboratorien. Verbunden mit ihrem Ausbau auf Gemeindeebene kam es zu verstärkten Professionalisierungsbestrebungen der Berufsfelder, die heute unter dem Begriff der sozialen Arbeit subsumiert werden. Inwiefern nun die Eugenik in diesem und vor allem für diesen Prozess der Institutionalisierung und Professionalisierung eine Rolle spielte, ist Gegenstand dieser Arbeit. Dies wird anhand der Praxis der Stadtberner Vormundschaftsbehörde 1920-1950. Als Quellen dienen vor allem die Protokolle der Vormundschaftskommission, Vormundschaftsberichte der sowie ausgewählte Personendossiers der Sozialen Fürsorge. Das Vormundschaftswesen spielt für sozialstaatliche Ein- und Ausschlussmechanismen insofern eine bedeutende Rolle, als hier über die zentrale Frage der Mündigkeit, Entscheidungsfreiheit bzw. Urteilsfähigkeit als Grundlage des staatsbürgerlichen Subjekts entschieden wird. Über die Bevormundung erhalten staatliche Organe direkten Zugang zu allen Bereichen der normalerweise unter besonderem staatlichen Schutz stehenden Privatsphäre einer Person: Vermögensverwaltung, berufliche Aktivitäten, Wohnsitznahme, Sexualität. Die Arbeit liefert einen Beitrag zur Geschichte der Entstehung des sozialstaatlichen Netzes in der Schweiz sowie zu Rezeption und Gebrauch von Eugenik in diesem Berufsfeld im Zeitraum von 1920-1950. Weitere Informationen |
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| Publications / Publikationen | Mischa Gallati: Vormundschaft als Interaktionsraum: Überlegungen zum Vormundschaftssystem in der Stadt Bern 1920–1950. In: Westfälische Forschungen. Zeitschrift des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte 61 (2011), 419–432.Mischa Gallati: Ein Schundautor auf dem Amtssessel? Wie Klaus Schädelin 1958 oberster Berner Fürsorger wurde – eine Spurensuche. http://www.kids-media.uzh.ch/1-2012.html.Referate • «Institutionelle Verhandlungen von Macht und Herrschaft am Beispiel Vormundschaft in der Stadt Bern 1920–1950», Referat im Rahmen der Einführungsvorlesung Alltagskulturen, Institut für Populäre Kulturen, Universität Zürich, HS 2011 • «Prekäre Territorien des Selbst: Vormundschaft in der Stadt Bern 1920–1950», im Rahmen der Tagung «Under Construction: Räume im kulturwissenschaftlichen Fokus», Universität Zürich, 14. Mai 2011 • Biopolitischer Interventionismus oder sozialer Imperativ? Die Kinder- und Jugendfürsorge in der Stadt Bern 1900–1950, Gastreferat im Seminar «Kindheit in der Schweiz im 20. Jh.», IPK FS 2011, Dozentin: Helene Mühlestein, 7. März 2011 • «…und trachtete darnach, die Freizeit auf der Strasse zu verbringen.» Zur Praxis von Vormundschaftsbehörden und Handlungsspielräumen Entmündigter in der Stadt Bern 1920–1950. Doktorandinnen und Doktoranden-Workshop des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, Münster zu «Menschen und öffentliche Verwaltung im 20. Jahrhundert», 26. Nov. 2010 • Eugenische Praktiken des Stadtberner Vormundschaftswesens in der Zwischenkriegszeit, Referat vor der SGV Sektion Basel, Uni Basel, 2. April 2009 • Eugenik und Vormundschaft in der Stadt Bern 1920–1950. Präsentation der Ergebnisse des NFP-Projektes «Städtische Fürsorge im Kräftefeld von Eugenik, Geschlecht und medizinisch-psychiatrischen Normalisierungsdiskursen in Bern und St. Gallen 1918-1955», 24. Januar 2007 im Staatsarchiv des Kantons Bern. • «Städtische Vormundschaften und Bundesgerichtsentscheide – Rationalisierung nationaler Vorgaben oder Vereinheitlichung lokaler Handlungsmaximen», Jubiläumskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie (SGS) zum «Sonderfall Schweiz», 6. Oktober 2005, Universität St. Gallen (zusammen mit Prof. Dr. Béatrice Ziegler und Prof. Dr. Gisela Hauss) • «Stadtregierungen und städtische Behörden als Beförderer sozialstaatlicher Strukturen», Tagung «Erosion und Transformation des Sozialstaates», 16. Oktober 2004, Universität Freiburg (zusammen mit Prof. Dr. Gisela Hauss) |
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| Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte |
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| Other links to external web pages | http://www.ipk.uzh.ch/aboutus/people/gallati.html#5 | ||
| Funding source(s) / Unterstützt durch |
Universität Zürich (position pursuing an academic career), SNF (Programm NFP) |
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| In collaboration with / In Zusammenarbeit mit |
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| Duration of Project / Projektdauer | Jan 2003 to Dec 2013 |