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Fakultäten » Philosophische Fakultät » Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft, Institut für » Völkerkundemuseum » Prof. Dr. Mareile Flitsch » Bentley

Completed research project

Title / Titel Ritual performance and collective identity among the Lepcha
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Rituelle Performanz und kollektive Identität bei den Lepcha
Summary / Zusammenfassung Während meiner Lizentiatsforschung im Jahre 2006 zu den ethnischen Organisationen bei den wenig erforschten Lepcha in Sikkim war auffallend, dass eine ihrer Hauptaktivitäten in der Förderung von Ritualaufführungen liegt, und dass diese zentral sind im Prozess der kulturellen Revitalisierung. Aufgrund dieser Beobachtungen entschied ich für mein Dissertationsprojekt die wichtigsten Gemeinschaftsrituale der Lepcha detailliert ethnographisch zu erforschen und deren Bedeutung und Verwendung in der Bildung, Stärkung und Veränderung von kollektiver Zugehörigkeit zur Lepchagemeinschaft zu untersuchen. Die Lepcha sind eine tibeto-burmesische Gruppe, die in den südlichen Hängens des Himalayas in Indien (Sikkim, Darjeeling Distrikt von Westbengalen), Nepal (Ilam) und Bhutan (Samtse) leben. Die Feldforschung fokussiert auf die Lepchagemeinschaft in Indien, bezieht aber in kürzeren Forschungsaufenthalten vor Ort und Interviews mit verschiedenen Vertretern der Gemeinschaft während ihres Aufenthaltes in Indien die Lepcha in Nepal und Bhutan ebenfalls mit ein. Es werden sowohl detaillierte ethnographische Daten zu Ritualen erhoben, die im traditionellen Kontext aufgeführt werden, wie auch zu neueren rituellen Aufführungen und kulturellen Events, die von meist urbanen ethnischen Organisationen der Lepcha durchgeführt werden und in modernen, oftmals politisch geladenen Kontext verstanden werden müssen. Dabei wird der Fokus auf das Wechselspiel zwischen folgendem gelegt:
• Rituelle Performanz
• Kulturelle Identität („Was ist Lepcha?“) und Vorstellungen davon was es bedeutet der Lepchagemeinschaft zuzugehören
• Kulturelle Revitalisierung und Anerkennung im politischen und administrativen Diskurs der Förderungsmassnahmen für Minderheiten, die je nach Lokalität anders aufgeprägt ist
• Wandel und Austausch von kulturellen Konzepten und Vorstellungen von kulturellen Überlieferungen und kollektiver Identität über Zeit, Lokalität und Medium
Um zeitgenössische Lepcha Identität, rituelle Performanz und die Bedeutung von Ritualen in der Formation ersterer zu verstehen, werden verschiedene Interaktionsformen in der Lepchagemeinschaft mit einbezogen. Diese Doktorarbeit untersucht deswegen Ausprägungen von Kulturformen in den Dörfern bis hin zu transregionalen (-nationalen) Wechselspielen und Verwendung neuer Medien, um die Komplexität der wechselseitigen Einflüsse zu erfassen.

Methodisch wurde ein Hauptfokus auf teilnehmende Beobachtung an verschiedenen Formen von Gemeinschaftsritualen gelegt, weiter wurden vertiefende Interviews mit Anwesenden, Organisatoren und rituellen Spezialisten geführt. In einer Zeitungsrecherche sowie in weiteren Interviews wurden aktuelle Diskurse zu Identitätspolitik, kultureller Revitalisierung sowie zu den aktuellen Förderungsmassnahmen für Minderheiten erfasst. Dem Wandel wird durch historisch-narrative Gespräche, Analyse vorheriger Ethnographien und historischer Texte, wie auch der Übersetzung von 160 Jahre alten Ritualanweisungen nachgegangen.

Die Doktorarbeit wurde im Herbstsemester 2008 begonnen. Das erste Jahr wurde von der Janggen Poehn Stiftung, St. Gallen, finanziert und seit dem Jahre 2009 läuft das Projekt im Rahmen des Forschungskredits der Projekt- und Personenförderung der Universität Zürich.

Forschungsaufenthalte

Im Rahmen der Doktorarbeit waren mehrere Feldforschungsaufenthalte einbeplant:
• September 2008 – Februar 2009 (Sikkim, Kalimpong)
• Juli 2009 – September 2009 (Sikkim, Kalimpong)
• Dezember 2009 – Mai 2010 (Sikkim, Kalimpong)
• August 2010 – Oktober 2010 (Sikkim, Kalimpong)
• Februar 2011 – Juli 2011 (Sikkim, Kalimpong, Ilam, Bhutan)
• November 2011 – April 2012 (Sikkim, Kalimpong, Kathmandu, Bhutan)
Die Feldforschungsaufenthalte wurden so gelegt, um mindestens einen gesamten rituellen Zyklus zu dokumentieren, und die Möglichkeit zu haben, die Daten in einem zweiten Aufenthalt zu überprüfen und falls nötig zu vertiefen. Die Aufenthalte in der Schweiz und im weiteren Ausland wurden für theoretische Lektüre, Aufarbeitung der Felddaten und archivarische Arbeiten verwendet. Dafür wurde auch Bibliotheken im Ausland miteinbezogen, wie beispielsweise die Bibliothek der School of Oriental and African Studies und die British Library in London.
Publications / Publikationen Bentley, Jenny. Forthcoming. Narrations of Contest/Contested Narration. In: Mullard, Saul (ed.) The Thunder Dragon and the Hidden Land: Recent Research on Sikkim and Bhutan.

Bentley, Jenny. Forthcoming. Ambivalence of Change: Education, Eroding Culture and Revival among the Lepcha of Sikkim. In: Balikci-Denzongpa, Anna and Alex McKay (eds.) Proceedings of the Golden Jubilee Conference of the Namgyal Institute of Tibetology, 1.-5. October 2008. Gangtok.

Bentley, Jenny. 2011. Sátáp Rum Fát and Chirim: Shamanic Rituals of the Lepcha in Dzongu. Thoughts & Pen 1 (1). 1-12.

Bentley, Jenny. 2008. Láso múng sung. Lepcha Oral Tradition as a Reflexion of Culture. Tibetology 44 (1&2): 99-138.

Bentley, Jenny. 2007. ‘Vanishing Lepcha’ – Change and Cultural Revival in a Mountain Community in Sikkim. Bulletin of Tibetology 43 (1&2): 57-78.

Keywords / Suchbegriffe Ritual Performance, Ethnicity, Lepcha, Sikkim, Himalayas, Boundary-making, Globalization, Transnationalism, Revival, Oral Tradition, Shamanism
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Jenny Bentley (Project Leader) jbentley@gmx.ch
Funding source(s) /
Unterstützt durch
Forschungskredit der Universität Zürich, Foundation
Janggen Poehn Stiftung, St. Gallen
In collaboration with /
In Zusammenarbeit mit
Prof. em. Dr. Michael Oppitz Germany
Duration of Project / Projektdauer Sep 2008 to Dec 2012