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Wagner Braun

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Completed research project

Title / Titel Literary Feuilleton of Swiss Exile. The Basler "National-Zeitung"
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Das literarische Feuilleton des Exils in der Schweiz. Die Basler "National-Zeitung"
Summary / Zusammenfassung Während des Nationalsozialismus erschienen zahlreiche Texte der deutschen Exilliteratur im Feuilleton von Schweizer Zeitungen. Die Rubrik ’unter dem Strich’ bot den aus Deutschland, Österreich oder der Tschechoslowakei vertriebenen Autoren eine Publikationsmöglichkeit ausserhalb von Exil-Verlagen und -Zeitschriften. Das Projekt setzt sich zum Ziel, dieses bisher unbearbeitete Forschungsfeld für die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu erschliessen. Im Zentrum stehen dabei Feuilleton-Texte, die zwischen 1933 und 1945 in der "National-Zeitung" abgedruckt wurden. Die grösste Basler Tageszeitung pflegte unter der Leitung von Otto Kleiber neben der "NZZ" und dem "Bund" in der Schweiz ein hochstehendes Feuilleton, das in jenen Jahren Namen versammelte wie: Ernst Bloch, Bernhard von Brentano, Oskar Maria Graf, Irmgard Keun, Annette Kolb, Siegfried Kracauer, Else Lasker-Schüler, Ludwig Marcuse, Klaus Mann, Thomas Mann, Robert Musil, Alfred Polgar, Alexander Roda Roda, René Schickele, Johannes Urzidil und Stefan Zweig. Im Rahmen des Forschungsvorhabens ist eine Datenbank geplant, welche Beiträge von Exilautoren, Literaturkritik sowie Paratexte zu Exil und Nationalsozialismus systematisch verzeichnet. Auf dieser Grundlage wird ausgewählte Kleine Prosa in ihrem ursprünglichen Veröffentlichungskontext erforscht. In exemplarischen Textanalysen sollen einerseits ästhetische Eigenheiten untersucht, andererseits soll gezeigt werden, wie die Texte strukturell auf den Zeit- und Zeitungskontext referieren. Ein Schwerpunkt der text- und institutionsorientierten Arbeit gilt deshalb der "National-Zeitung" als Publikationsort und den Produktionsbedingungen, die durch das Medium Feuilleton in der historischen Konstellation von Exil, Schreibverboten und Pressezensur vorgegeben waren. Die prekären Voraussetzungen des Schreibens werden auch in einen Zusammenhang gebracht mit der im Exil virulent gewordenen Problematik der Autorschaft.
Das Forschungsprojekt nimmt sich der bis anhin vernachlässigten Publizistik des Exils und kürzeren Prosatexten an und wird die Kenntnisse zum literarischen Exil in der Schweiz erweitern. Die bibliographische Erschliessung der "National-Zeitung" macht ein umfangreiches Korpus der Exilliteratur erstmals zugänglich und schafft die Voraussetzung für die literaturwissenschaftliche Untersuchung der Texte. Mit der Bearbeitung der Forschungslücke zum Feuilleton der Dreissiger und Vierziger Jahre leistet das Projekt zudem einen Beitrag zu einer historischen Poetik der Gattung.
Aufgegriffen werden Ansätze der Exil- und Feuilletonforschung sowie der Theorie kleiner Prosaformen. Den Rahmen bildet ferner Bourdieus Theorie des kulturellen Feldes; spezifiziert und historisch konkretisiert durch Forschungsarbeiten zur Literaturpolitik, zur Organisationsgeschichte des Buchhandels, der Pressegeschichte und der Schriftstellerorganisationen. Das Projekt umfasst auch die gezielte Auswertung edierter und unveröffentlichter Korrespondenzen.
Publications / Publikationen Braun, Bettina: Das literarische Feuilleton des Exils in der Schweiz. Die Basler "National-Zeitung" (1933-1945). In: Zeitschrift für Germanistik XXII (2012), H. 3, S. 667-669.
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Prof. Dr. Karl Wagner (Project Leader) karl.wagner@ds.uzh.ch
lic. phil. Bettina Braun (Project Leader) bettina.braun@ds.uzh.ch
Funding source(s) /
Unterstützt durch
SNF (Personen- und Projektförderung)
 
Duration of Project / Projektdauer Dec 2011 to May 2016