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Isele

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Completed research project

Title / Titel Sublime decadence – Phenomena of Complementarity in Thomas Manns "Der Zauberberg"
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Erhabene décadence – Phänomene der Komplementarität in Thomas Manns "Der Zauberberg"
Summary / Zusammenfassung Die geplante Dissertation hat zum Ziel, Thomas Manns Roman "Der Zauberberg" mit dem erkenntnistheoretischen Werkzeug der Komplementarität zu erfassen. Von Interesse ist hierbei besonders die kompositorische Qualität dieser Erkenntnistheorie, welche es ermöglicht, Aspekte, die sich prima vista als gegenteilig und oppositionär präsentieren, in ein produktives Zusammenspiel zu bringen. Für das dichte Geflecht der "Zauberberg"-Forschung kann dies daher bedeuten, dass konventionelle, heterogene Erkenntnisse in dieser Arbeit nunmehr miteinander verknüpft gelesen werden und durch die neue Kontextualisierung eine Dynamisierung traditioneller Forschungsmaximen stattfindet.
In einem ersten Schritt wird der ursprünglich aus der Physik stammende Terminus der Komplementarität als Analyseinstrument für die Literaturwissenschaft angepasst und definiert. Die praktische Anwendung vollzieht sich zunächst über die Binaritäten der Schillerschen Erhabenheit und der Nietzscheanischen décadence. Und obwohl sich die Ästhetiken in ihrem Verhältnis nicht als Kontroversen par excellence präsentieren, liegt eine grundlegende Divergenz auf der Hand. Werden Erhabenheit und décadence nun im Bewusstsein dessen in einen Dialog gestellt, so resultieren daraus für den Roman produktive Interferenzen und es wird sich zeigen, dass wo Nietzsche anklingt, Schiller nicht weit ist und vice versa.
Ausserdem werden mythologische, epochale und gattungstheoretische Aspekte des "Zauberbergs" von Relevanz sein – einerseits, um komplementäre Tendenzen im Text auszumachen, andererseits, um die Auswirkungen derselben auf die poetologische Struktur des Romans zu identifizieren. Hierbei soll primär bewiesen werden, dass aus vermeintlichen Oppositionen konstitutive Aspekte gefiltert werden können, die zu einer neuen Produktivität von Verständnis beitragen. Als Nebeneffekt soll die Komplementarität für die philologische Praxis per se dienlicher gemacht werden.
Keywords / Suchbegriffe decadence, sublimity, complementarity, Thomas Mann, Zauberberg
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
lic. phil. Nicole Fabienne Isele (Project Leader) nicole_isele@web.de
Funding source(s) /
Unterstützt durch
Forschungskredit der Universität Zürich
 
Duration of Project / Projektdauer Sep 2009 to Apr 2014