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Completed research project

Title / Titel Eighteenth-Century Philosophy in Italy
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Die Philosophie des 18. Jahrhunderts in Italien
Summary / Zusammenfassung Das Projekt einer Geschichte der Philosophie des 18. Jahrhunderts in Italien innerhalb des von Friedrich Ueberweg begründeten und von Helmut Holzhey neu herausgegebenen „Grundrisses der Geschichte der Philosophie“ wurde mit der Fertigstellung des Bandes erfolgreich abgeschlossen. Der Band bietet die erste umfassende Darstellung der italienischen Philosophie des 18. Jahrhunderts in deutscher Sprache. Zu Anfang werden die institutionellen Bedingungen der Philosophie behandelt, die durch eine florierende Publizistik, ein sich im Umbruch befindliches, reformfreundliches Bildungswesen und zahlreiche Akademiegründungen gekennzeichnet sind (Kap. 1). Ein Hauptmerkmal der italienischen Philosophie des Settecento ist ihre praktische Ausrichtung. In der ersten Jahrhunderthälfte sind Staat und bürgerliche Gesellschaft die zentralen Themen einer historisch-kritisch fundierten philosophischen Reflexion (Kap. 2). Ein eigenes Kapitel ist Vico gewidmet, dessen Philosophie eine über die Grenzen seiner Heimatstadt Neapel und über Italien hinausgehende Wirkung entfaltet hat und der mit seiner neuen Methode zu den Begründern des Historismus und der modernen Geistes- und Kultwissenschaften gehört (Kap. 3). Einen weiteren Schwerpunkt bilden die philosophischen Implikationen und methodischen Fragestellungen der mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen, die durch eine breite Rezeption und Diskussion der Theorien von Newton und Leibniz geprägt sind und deren Entwicklung in Galvanis und Voltas Experimenten und Theorien auf dem Gebiet der Elektrizität kulminiert (Kap. 4). Die skeptischen, materialistischen und kirchenkritischen Tendenzen der Aufklärung riefen schließlich die katholische Apologetik auf den Plan, die vielfältige philosophische Argumentationsstrategien entwickelte – bis hin zu Nicola Spedalieris Versuch, die katholische Kirche an die aktuellen naturrechtlichen Debatten heranzuführen, oder Giacinto Sigismondo Gerdils Bemühungen, Katholizismus und Moderne miteinander zu versöhnen (Kap. 5). In der zweiten Jahrhunderthälfte bilden die Metropolen Mailand und Neapel die Hauptzentren der italienischen Aufklärung. Zuerst werden außer den auch international ausstrahlenden Mailänder Philosophen – Pietro Verri und vor allen Cesare Beccaria, der mit seiner Kritik an Folter und Todesstrafe zu den bekanntesten europäischen Aufklärern gehört – die toskanischen und piemontesischen Reformdenker behandelt sowie die vor allem in Venedig geführten kirchenkritischen Debatten untersucht (Kap. 6). Anschließend wird die süditalienische Aufklärung dargestellt, die wesentlich durch Antonio Genovesi geprägt ist, der eine in theologisch-scholastischer Philosophie stehende Philosophie mit der neu aufkommenden Wissenschaft der politischen Ökonomie verbindet (Kap. 7).
Publications / Publikationen Wolfgang Rother: Strafrechtsreformdiskussionen in Leipzig. Karl Ferdinand Hommel: «Germanorum Beccaria», in: Die Universität Leipzig und ihr gelehrtes Umfeld, 1680-1780, hrsg. von Hanspeter Marti und Detlef Döring (Basel: Schwabe, 2004) [Texte und Studien 6] 459-486.

Wolfgang Rother: The Beginning of Higher Education in Political Economy in Milan and Modena. Cesare Beccaria, Alfonso Longo, Agostino Paradisi, in: History of Universities 19/2 (2004) 119-158.

Wolfgang Rother: La maggiore felicità possibile. Untersuchungen zur Philosophie der Aufklärung in Nord- und Mittelitalien (Basel: Schwabe, 2005) [Schwabe Philosophica VI] 445 S.

Wolfgang Rother: Kants untauglicher Versuch einer Begründung des Talionsprinzips, in: Journal der Juristischen Zeitgeschichte 1 (2007) 27-28.

Wolfgang Rother: Zwischen Utilitarismus und Kontraktualismus. Beccarias Kritik an der Todesstrafe im philosophischen Kontext, in: Gegen Folter und Todesstrafe – Aufklärerischer Diskurs und europäische Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, hrsg. von Helmut C. Jacobs (Frankfurt am Main: Peter Lang, 2007) 185-202.

Wolfgang Rother: Cittadinanza e diritti dell’uomo, in: Illuminismo. Un vademecum, a cura di Gianni Paganini e Edoardo Tortarolo (Torino: Bollati Boringheri, 2008) 46-58.

Wolfgang Rother: «Il dolore è il principio motore di tutto l’uman essere». Pietro Verri e Cesare Beccaria al di là della felicità, in: Il secolo dei Lumi e l’oscuro, a cura di Piero Giordanetti, Giambattista Gori e Maddalena Mazzocut-Mis (Milano, Udine: Mimesis, 2008) 71-84.

Wolfgang Rother: Publizistik im Dienste der Aufklärung. Zum philosophischen Selbstverständnis der Zeitschrift Il Caffè, in: Kulturen des Wissens im 18. Jahrhundert, hrsg. von Ulrich Johannes Schneider (Berlin: Walter de Gruyter, 2008) 243-250.

Wolfgang Rother: Rezension von Giuseppe Parinis Il Giorno im Kontext der europäischen Aufklärung, hg. von Andreas Gipper und Gisela Schlüter. in: Das Achtzehnte Jahrhundert 33/1 (2009) 146-148.

Wolfgang Rother: Die Philosophie der italienischen Aufklärung. Interview mit Wolfgang Rother, di Federica Buongiorno, Emanuela Giacca, in: Giornale di filosofia. Filosofia italiana (Gennaio 2010) 2-7.
www.giornaledifilosofia.net/public/filosofiaitaliana/pdf/saggi/IntervistaRother.pdf

Wolfgang Rother: Felicità e libertà – concetti principali della filosofia politica dell’illuminismo italiano, in: Giornale di filosofia. Filosofia italiana (Maggio 2010) 2-11. www.giornaledifilosofia.net/public/filosofiaitaliana/pdf/saggi/WRother.pdf

Wolfgang Rother: Verbrechen, Folter und Todesstrafe. Philosophische Argumente der Aufklärung. Mit einem Geleitwort von Carla Del Ponte (Basel: Schwabe, 2010) [Schwabe reflexe 5] 141 S.

Johannes Rohbeck, Wolfgang Rother (Hg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie, Die Philosophie des 18. Jahrhunderts, Bd. 3: Italien (Basel: Schwabe, 2011) XXXV, 456 S.

Johannes Rohbeck, Wolfgang Rother: Vorwort, in: ebd., XI‒XIII.

Wolfgang Rother: Einleitung: Konturen der Philosophie des italienischen Settecento, in: ebd., XV‒XXXV.

Wolfgang Rother: Politische Theorie, Rechtsphilosophie und Ökonomie in Nord- und Mittelitalien, in: ebd., 249‒354.

Wolfgang Rother: Politische Philosophie und Ökonomie in Süditalien (Einleitung), in: ebd., 357‒358.

Wolfgang Rother: Giuseppe Palmieri, in: ebd., 359‒366, 427.

Wolfgang Rother: Antonio Genovesi, in: ebd., 374‒390, 429‒430.

Wolfgang Rother: Felicità, ragione, interesse e dovere. Aspetti della filosofia morale di Pietro Verri, in: Felicità pubblica e felicità privata nel Settecento, a cura di Anna Maria Rao (Roma: Edizioni di Storia e Letteratura, 2012) [Biblioteca del XVIII Secolo, 22] 93–100.

Wolfgang Rother: «Il Rousseau dell’Italia». Facetten der Rousseau-Rezeption in der Philosophie des italienischen Settecento, in: Zwischen Vielfalt und Imagination. Praktiken der Jean-Jacques-Rousseau-Rezeption. Entre hétérogénéité et imagination. Pratiques de la réception de Jean-Jacques Rousseau, édité par / edited by Jesko Reiling, Daniel Tröhler (Genève: Slatkine, 2013) [Travaux sur la Suisse des Lumières] 121–140.

Wolfgang Rother: Folter und Todesstrafe. Cesare Beccaria und Pietro Verri im europäischen Kontext, in: Italien und Europa. Die Ideenzirkulation im Zeitalter der Aufklärung, hrsg. von Frank Jung und Thomas Kroll (Paderborn: Wilhelm Fink, 2014).

Wolfgang Rother: Il “filosofo” nella cultura italiana del Settecento, in: Giornale critico della filosofia italiana, Settima serie, Volume X, Anno XCIII (XCV), Fascicolo III (2014) 610–619.

Keywords / Suchbegriffe Philosophy, Eighteenth Century, Enlightenment, Italy
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
Prof. Dr. Wolfgang Rother (Project Leader) wolfgang.rother@philos.uzh.ch
Funding source(s) /
Unterstützt durch
Private Sector (e.g. Industry)
Schwabe AG, Basel
In collaboration with /
In Zusammenarbeit mit
Prof. Dr. Johannes Rohbeck
Technische Universität Dresden
Germany
Duration of Project / Projektdauer Jan 2006 to Jan 2010