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Baumann

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Completed research project

Title / Titel Pleasure in Medieval and Renaissance Philosophy
PDF Abstract (PDF, 14 KB)
Original title / Originaltitel Lust in der Philosophie des Mittelalters und der Renaissance
Summary / Zusammenfassung Ausgehend vom geistesgeschichtlichen Kontext der Antike soll der Begriff der Lust im Mittelalter und in der Renaissance untersucht werden. In der Philosophiegeschichte werden bereits die antiken Autoren gewöhnlich nach dem Schema „lustfreundlich“ oder „lustfeindlich“ beschrieben, der ersten Gruppe Philosophen wie Aristoteles und Epikur der zweiten Platon und die Stoiker zugeordnet. Das Mittelalter gilt gemeinhin als lust- und körperfeindlich. In meiner Dissertation versuche ich auf der Grundlage der einschlägigen Texte ein differenzierteres Bild zu zeichnen. Meine These ist, dass der Lustdiskurs nicht erst in der Renaissance neu entfacht wurde, sondern dass er in vielfältiger und differenzierter Weise bereits in der Philosophie des Mittelalters vorbereitet wurde. Im Einzelnen soll untersucht werden, wie sich der Lustbegriff gewandelt hat, ob und warum (und mit welchen Argumentationsstrategien) antike Thesen zur Lust abgelehnt wurden. Wo wird die Lust nicht nur negativ bewertet? Gibt es eine Diskrepanz zwischen den moralischphilosophischen und theologischen Theorien und einer gesellschaftlichen Praxis?
Die theologisch (und nicht vielleicht nicht unbedingt moralphilosophisch) motivierte Ablehnung Epikurs muss vom Lustdiskurs getrennt werden. Untersucht werden soll, wie die Differenz von körperlicher und geistiger Lust argumentativ fruchtbar gemacht wird und welche Rolle die Mystik und die Jenseitsorientierung der christlichen Moral spielt. Eingebettet wird die philosophische Untersuchung in einen kulturhistorischen Kontext: Wie steht es um das Verhältnis der Geschlechter? Welche Bilder von Ehe, Sexualität, Jungfräulichkeit, Schuld und Sühne beeinflussen den Lustdiskurs?
Schliesslich: Der Lustdiskurs ist immer auch ein politischer Diskurs. Inwiefern dient die negative Bewertung der Lust der Legitimation politischer Herrschaft? In welchem Verhältnis stehen geistliche und politische Macht? Wir artikuliert sich der Lustdiskurs in einer sich vom mittelalterlichen Denken absetzenden Renaissancephilosophie? Gibt es systematische Verbindungen zwischen Diesseitigkeitsorientierung und Lustdiskurs?
Publications / Publikationen Martin Baumann: Lust und Mystik. Bernhard von Clairvaux und Meister Eckhart, in: Michael Erler, Wolfgang Rother (Hrsg.): Philosophie der Lust. Studien zum Hedonismus (Basel: Schwabe, 2012) [Schwabe Epicurea III] 201–214.
Keywords / Suchbegriffe Pleasure, Hedonism, Plato, Aristotle, Epicure, Lorenzo Valla, Middle Ages, Renaissance, Augustine, Thomas Aquinas, mysticism, scholasticism, sexuality
Project leadership and contacts /
Projektleitung und Kontakte
lic. phil. Martin Baumann (Project Leader) maede@access.uzh.ch
Funding source(s) /
Unterstützt durch
No project-specific funding
doctoral dissertation
Duration of Project / Projektdauer Jul 2009 to Dec 2016