Fakultäten » Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät » Geographisches Institut » Humangeographie » Prof. Dr. Ulrike Müller-Böker » Geiser
| Title / Titel | Adaptive governance of natural hazards – the implementation of risk maps (Gefahrenkarten) in Switzerland | ||||
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| Abstract (PDF, 14 KB) | |||||
| Original title / Originaltitel | Naturgefahren im Siedlungsraum – Gouvernanz-Analyse der Umsetzung von Gefahrenkarten | ||||
| Summary / Zusammenfassung | Zur Prävention zukünftiger Schäden durch Hochwasser, Murgänge und andere Naturgefahren sind Kantone und Gemeinden aufgefordert, Gefahrenkarten zu erstellen. Diese zeigen unterschiedlich stark gefährdete Gebiete. Hoch gefährdete Zonen sind rot markiert, und hier haben die Gemeinden entsprechnde Massnahmen umzusetzen. Vermittelt über modifizierte kommunale Zonenpläne oder Baureglemente sollen die "betroffenen" Akteure zur entsprechenden Anpassung der jeweiligen Raumnutzung aufgefordert werden. Vollzugsschwierigkeiten bei der Umsetzung der Gefahrenkarten weisen darauf hin, dass diese Anpassungen im föderal-demokratischen politischen Kontext der Schweiz nicht einfach verordnet werden können. Sie müssen in einem politischen Prozess ausgehandelt werden. Die "Umsetzung von Gefahrenkarten" eröffnet somit eine soziale (oder politische) Arena, in welcher unterschiedlichste Akteure interessiert, beteiligt oder betroffen sind. Diesen stehen diverse z.B. rechtliche oder politische Mittel zur Verfügung, um den Aushandlungsprozess zu beeinflussen. Auf den ersten Blick scheint diese soziale Arena stark formalisiert zu sein. Gesetzliche Normen bestimmen sowohl die potenziellen Raumnutzungstypen als auch die Verfahren zu deren Modifikation oder Neuausrichtung. In Realität präsentieren sich die Arenen jedoch komplexer und vielschichtiger: Medienkampagnen, Anfragen in Parlamenten oder informelle Einflussnahmen sind Beispiele von Möglichkeiten, Einfluss in der jeweiligen sozialen Arena aufzubauen und den Aushandlungsprozess zu beeinflussen. In jüngerer Zeit versuchen staatliche Stellen, diesen "informellen" Prozessen zu begegnen, indem unterschiedlichste Akteure mit ihren jeweiligen Interessen und Wissensbeständen frühzeitig einbezogen werden. Dies führt dazu, dass sich das staatliche Steuerungs- und Regelungssystem (staatliche Gouvernanz) im Bereich der räumlichen Entwicklung kontinuierlich zu verändern und sich den jeweiligen Gegebenheiten situativ anzupassen vermag. Diese neue Form „adaptiver Gouvernanz“ meint, dass in einem offenen und transparenten Entscheidungsfindungsprozess die Interessen und Wissensbestände der unterschiedlichsten betroffenen und interessierten Akteure aus Staat, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kontinuierlich einbezogen werden. Das von uns durchgeführte Teilprojekt Gouvernanz hat folgende drei Aufgabenbereiche: (i) Erstellung eines Dokumentes zu "Bisherige Erfahrungen mit adaptiver Gouvernanz" (Zusammenfassung von für die Aushandlungsarena "Umsetzung von Gefahrenkarten" relevanten Erkenntnissen zur Identifikation und zum Einbezug unterschiedlicher Akteure (Stakeholder) und Erfahrungen mit der adaptiven Steuerung von Aushandlungsprozessen im Kontext des nachhaltigen Hochwasserschutzes und anderer raumrelevanter Politikbereiche. (ii) Erarbeitung aktueller empirischer Erkenntnisse zur Aushandlungsarena " Umsetzung von Gefahrenkarten" an zwei Fallstudien (Gouvernanz-Analysen). (iii) Estellung einer Wegleitung zur Unterstützung adaptiver Gouvernanz im Bereich Gefahrenkarten ("Policy Brief") |
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| Publications / Publikationen | ZHAW Zentrum Urban Landscape / UZH Geographisches Institut (Eds., 2011): Naturgefahren im Siedlungsraum. Architekturverlag Niggli, Sulgen, 2011. 192 Seiten, über 150 Abbildungen und Pläne, 22 x 27 cm, ISBN 978-3-7212-0807-8Domschky A., Jenni P., Jud A., Geiser U., Schwank C., Loat R. (2010): Planerische Strategien helfen, Schäden zu vermeiden. Schweizer Gemeinde 1/10Jenni P., Domschky A., Jud A., Schwank C., Geiser U., Primas U., Bosshard M. (2009): Naturgefahren im Siedlungsraum – Planungshilfen zur Umsetzung von Gefahrenkarten. Schlussbericht. KTI Forschungsprojekt. Zentrum Urban Landscape, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW); Geographisches Institut der Universität Zürich (GIUZ), Winterthur und ZürichSchwank C., Geiser U., Jenni P., Domschky A., Jud A. (2010): Raumplanerische Umsetzungen von Gefahrenkarten fördern und aushandeln. Geosciences Actuel Nr. 1, 2010, Swiss Academy of Sciences, Bern: 18 - 21Schwank C., Geiser U. (2009): Praxishilfe 'Gouvernanz'. Gefahrenkarten erstellen und umsetzen – eine Praxishilfe zu Mitwirkung und Entscheidungsfindung. KTI Forschungsprojekt Naturgefahren im Siedlungsraum. Geographisches Institut, Universität Zürich. ZürichSchwank C., U. Geiser & M. Zaugg Stern (2009): Gouvernanz in der Erstellung und Umsetzung von Gefahrenkarten - Analyse der Regelwerke auf Bundesebene und in den Kantonen Schwyz und St. Gallen. Arbeitspapier im Rahmen des KTI-Forschungsprojekts «Naturgefahren im Siedlungsraum». Geographisches Institut der Universität ZürichWeitere Informationen | ||||
| Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte |
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| Funding source(s) / Unterstützt durch |
KTI |
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| In collaboration with / In Zusammenarbeit mit |
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| Duration of Project / Projektdauer | Jul 2008 to Dec 2011 |